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REGIONALVERBAND NECKAR-ALB RV-Drucksache Nr. VII-43
Standortagentur
Tübingen - Reutlingen - Zollernalb GmbH
1. Standortagentur
Tübingen - Reutlingen - Zollernalb GmbH: Um die Wettbewerbsfähigkeit der Region Neckar-Alb zu steigern und sie eigenständig innerhalb der Europäischen Metropolregion Stuttgart zu positionieren, wurde am 19.12. 2003 die Standortagentur Tübingen - Reutlingen - Neckar-Alb GmbH gegründet. Sie ist ein Zusammenschluss von 29 Städten und Gemeinden (seit der Aufnahme der Gemeinde Eningen unter Achalm durch Gesellschafterbeschluss vom 15.04.2005), der Landkreise Tübingen und Reutlingen sowie des Zollernalbkreises, der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer und dem Regionalverband Neckar-Alb. Eine Liste der Gesellschafter mit den Finanzierungsanteilen ist als Anlage beigefügt. Durch Gesellschafterbeschluss vom Dezember 2005 wurde der Name der Standortagentur Tübingen - Reutlingen - Neckar-Alb GmbH in Standortagentur Neckar-Alb/Tübingen - Reutlingen - Zollernalb GmbH geändert. Zentrale Aufgabe der Gesellschaft ist im Rahmen der kommunalen Aufgabenerfüllung die Entwicklung, Bündelung und Durchführung von Maßnahmen des Standortmarketings für die Region Neckar-Alb zur Stärkung der Region Neckar-Alb. Zum Unternehmensgegenstand gehören sämtliche damit zusammenhängenden und den Gesellschaftszweck fördernden Geschäfte. Die Gruppe Kommunen, zu der auch der Regionalverband Neckar-Alb gehört, hält vom Stammkapital (50.000 Euro) 60 %, die Gruppe Wirtschaft 40 %. In diesem Verhältnis spiegelt sich auch die Verteilung von Verantwortungs- und Entscheidungskompetenz wider: Von den 20 Sitzen im Aufsichtsrat werden 12 von der Gruppe Kommunen und 8 von der Gruppe Wirtschaft eingenommen. Aufgrund des Beschlusses der Verbandsversammlung vom 25.01.2005 hat der Regionalverband Neckar-Alb den Verbandsvorsitzenden, Herrn Dr. Edmund Merkel, als Mitglied in den Aufsichtsrat der Standortagentur Tübingen - Reutlingen - Neckar-Alb GmbH entsandt. Stellvertreter ist der 1. Stellvertretende Vorsitzende der Verbandsversammlung, Herr Holger Dembek. Den Aufsichtsratsvorsitzenden stellt die kommunale Seite, den Stellvertreter die Wirtschaft. Geschäftsführer ist der jeweilige Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Reutlingen. Die laufenden Aufwendungen für die Geschäftsführung trägt die IHK. Die Kosten für das operative Geschäft werden in einem jährlichen Wirtschaftsplan festgelegt, der vom Aufsichtsrat beschlossen wird. Die Ausgaben sind flexibel, dürfen 300.000 Euro aber nicht übersteigen. Von den anfallenden Kosten werden 60 % von der Gruppe Kommunen und 40 % von der Gruppe Wirtschaft getragen. Den auf die Gruppe Kommunen entfallenden Anteil bringen die drei Landkreise und der Regionalverband mit jeweils 19.000 Euro sowie die Städte und Gemeinden - abhängig von der Zahl der Einwohner - auf (vgl. Anlage).
2. Beteiligungsbericht (Vorgang, Aufgabe) Der Regionalverband Neckar-Alb ist aufgrund des einstimmigen Beschlusses der Verbandsversammlung vom 22.07.2003 Mitglied der Standortagentur. Der Beschluss enthält den Auftrag, der Verbandsversammlung jährlich einen schriftlichen Tätigkeitsbericht vorzulegen. Nach § 105 Abs. 2 GemO haben Gemeinden jährlich einen Beteiligungsbericht zu erstellen. Auf diese Weise sollen sie dem Gemeinderat und der Öffentlichkeit Rechenschaft über die Entwicklung ihrer Unternehmen in Privatrechtsform geben und einen Beitrag zur größeren Transparenz über die ausgegliederten Aufgabenbereiche leisten. Die Vorschriften über das kommunale Unternehmens- und Beteiligungsrecht (§§ 102 - 108 GemO) finden auch auf die Regionalverbände Anwendung (§ 42 LplG). Hiermit wird der Beteiligungsbericht 2005 vorgelegt. Der letzte Beteiligungsbericht (2004) wurde in der nichtöffentlichen Sitzung des Verwaltungsausschusses am 28.06.2005 und der öffentlichen Sitzung der Verbandsversammlung am 26.07.2005 behandelt. Nach den gesetzlichen Bestimmungen könnten sich die Angaben im Beteiligungsbericht über die Standortagentur Tübingen - Reutlingen - Zollernalb GmbH auf wenige Eckdaten (Gegenstand des Unternehmens, Beteiligungsverhältnisse und Stand der Erfüllung des öffentlichen Zwecks des Unternehmens) beschränken. Es widerspräche jedoch den Zielen der Gesellschaft selbst, aber auch dem Ziel, das der Regionalverband Neckar-Alb mit seiner Beteiligung verfolgt, wenn sich die Berichterstattung nur streng entlang der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestanforderungen bewegen würde. Der vorliegende Beteiligungsbericht soll die Information erhöhen und zur engagierten Außendarstellung der Standortagentur beitragen.
3. Jahresabschluss zum 31.12.2005 In der Sitzung der Gesellschafterversammlung am 22.06.2006 wurde der Jahresabschluss zum 31.12.2005 in allen Punkten genehmigt und ohne Einschränkungen festgestellt. Im Geschäftsjahr 2005 wurden Erlöse aus Kostenbeteiligungen in Höhe von 332.836,66 Euro erwirtschaftet. Der Jahresfehlbetrag liegt bei 54.668,89 Euro (Vorjahr Jahresüberschuss 80.045,72 Euro). Die Bilanzsumme beträgt zum 31.12.2005 109.067,44 Euro (Vorjahr 134.804,78 Euro). Der Jahresfehlbetrag in Höhe von 54.668,89 Euro und der Gewinnvortrag in Höhe von 80.045,72 Euro wird wie folgt verwendet: Vortrag auf neue Rechnung 25.376,83 Euro. Dem Geschäftsführer, Dr. Wolfgang Epp, wurde für das Geschäftsjahr 2005 volle Entlastung erteilt.
4. Leistungsbericht 2005 4.1 Marketingmaßnahmen Die Standortagentur hat sich das Marketing für die gesamte Region zum Ziel gesetzt, ohne das Subsidiaritätsprinzip zu verletzen und in Konkurrenz zu kommunalen Marketingmaßnahmen zu treten. Übergreifendes Marketing soll die Blicke auf den Wirtschaftsraum als Ganzes ziehen. Dies ist kein leichtes Unterfangen, denn sowohl national als auch international ist die Region Neckar-Alb noch kein Begriff. Hier setzt die Standortagentur an:
4.1.1 Anzeigen- und Imagekampagne Um sich im harten Wettbewerb der Regionen Deutschlands und Europas zu positionieren, braucht es eine Botschaft, die für die gesamte Region gilt, und eine Idee, um die Standortvorteile einzigartig darzustellen. Darauf basiert die Imagekampagne als zentraler Teil eines Kommunikationskonzepts, das auf sympatische Art die Leistungsfähigkeit und die idealen Voraussetzungen des Standorts deutlich machen soll. Weitere wichtige Maßnahmen sind eine gezielte Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Mailings und der Internetauftritt der Region. Die Kampagne zeigt, dass die Region Neckar-Alb schon heute fit für die Zukunft ist, weil sie wesentliche Faktoren bietet, die dafür ausschlaggebend sind, dass "Zukunft entstehen" kann. Die Stärken der Region liegen in der Bildung, der Forschung, der Wissenschaft und nicht zuletzt auch in der hohen Lebensqualität. Zudem soll deutlich werden, dass die Zukunft der Europäischen Metropolregion Stuttgart im Süden und damit im idealen Dreieck von München, Stuttgart und Zürich liegt. Die Lebensqualität in der Region Neckar-Alb ist hoch. Dazu kommen sehr gute Ausbildungsmöglichkeiten und renommierte Fachhochschulen und Universitäten. Mit der neuen Messe auf den Fildern und Stuttgart 21 wird die Region Neckar-Alb nochmals an Bedeutung gewinnen. Der Slogan "Zukunft - wir haben schon mal angefangen." weist charmant auf die Stärken des Standorts hin. Das Kapital der Region ist ihre Zukunftsfähigkeit - und das drücken die Anzeigen mit frechen Sprüchen und starken Bildern aus. Die Kampagne soll ein Gefühl des Zusammenhalts vermitteln und eine Aufbruchstimmung erzeugen. Das "Wir-Gefühl" spiegelt auch das Logo der Standortagentur: Drei Quadrate zitieren abstrahiert die nierenartige Form, welche die drei Landkreise auf der Karte bilden. Jedem Kreis ist eine Farbe zugeordnet: Das Blau des Neckars steht für Tübingen, das satte Grün der Landschaft für Reutlingen und fröhliches Gelb für den von der Sonne verwöhnten Zollernalbkreis. Die drei Quadrate sind eigenständig, dabei aber ineinander verschränkt, ein Symbol für ein Regionalbewusstsein, das auch mit der Kampagne gestärkt wird: Sie zeigt, was in der Region geleistet wird - und dass man stolz darauf sein kann.
4.1.2 Internetauftritt Im Juli 2004 ging die homepage der Standortagentur www.neckaralb.de mit einem neuem Auftritt an den Start. Sie wurde komplett überarbeitet und mit tagesaktuellen Nachrichten versehen. Der "Investors Info" (Informationen für Investoren) wird in die Sprachen Englisch, Spanisch, Japanisch und Chinesisch übersetzt. Die Inhalte wurden noch deutlich erweitert. Beworben wird das Portal über Imageanzeigen, das Schild an der B 27 ("Ab hier beginnt die Zukunft") und über Pressemitteilungen. Werbung für das Internetportal ist auch auf Taxen, Bussen oder Lkws zu sehen. Die Internet-Seiten der Standortagentur für die Region Neckar-Alb stellen eine der innovativsten und schönsten Regionen Europas detailliert vor. Rund 8.000 Besucher informieren sich jeden Monat auf den Webseiten www.neckaralb.de und www.alb-und-mehr.de. Die Zahlen sprechen für eine gewachsene Akzeptanz des Internetauftritts der Standortagentur. Nicht nur Investoren können sich hier schnell und gezielt ein Bild vom Standort Neckar-Alb machen. Denn neben den wirtschaftlichen Vorteilen werden auch Bildung und Forschung sowie alle Aspekte der Lebensqualität von Kultur und Freizeit bis hin zu Meldungen aus den Städten und Gemeinden übersichtlich und aktuell dargestellt.
4.1.3 Investorenansprache Eine Standortwerbung hat verschiedene Ausrichtungen: Zum einen soll der Bestand gesichert und gepflegt, zum anderen sollen neue Unternehmen angesiedelt werden. Für beide Zielrichtungen ist entscheidend, in- und ausländische Investoren zu gewinnen. Im Rahmen der Standortagentur bieten sich neue Möglichkeiten: Durch eine gezielte Vor-Ort-Ansprache kann das Interesse von investitionswilligen Unternehmen auf die Region Neckar-Alb gelenkt werden. In Zusammenarbeit mit bw-i (Baden-Württemberg International, ehemals GWZ) ist ein Konzept zur zielgerichteten Ansprache von potenziellen Investoren im Ausland entwickelt worden. Zielgruppe der Investorenansprache sind insbesondere Firmen aus dem Bereich der Medizintechnik. Weitere Cluster können folgen. Gesucht werden Partner für Lizenz- oder Know-How-Verträge oder Direktinvestoren, um Unternehmen und Forschungseinrichtungen in ihren Projekten und Leistungen zu unterstützen oder zu ergänzen. Der Bereich Medizintechnik in der Region Neckar-Alb gehört nach der jüngsten Studie des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg zu den wachstumsstarken Clustern und bildet damit einen Themenschwerpunkt der Investorenansprache. Bereits zu 140 Firmen in Italien und den USA ist Kontakt hergestellt worden. Über Fachmessen werden auch inländische Investoren und Kooperationspartner angesprochen. So präsentiert die Standortagentur die Region Neckar-Alb beispielsweise auf der Motek, Messe für Handhabungs- und Automatisierungstechnik.
4.1.4 InfoPool Tourismus-Freizeit In der Region Neckar-Alb wurden im Jahr 2003 rund 492.000 Ankünfte und knapp 1,37 Mio. Übernachtungen gezählt. Gegenüber dem Vorjahr bedeutete dies ein leichtes Minus von 1,8 % bzw. 4,2 %. Die Standortagentur hat folgerichtig einen Schwerpunkt ihrer Arbeit darauf gelegt, den regionalen Tourismus zu fördern. Der erste Schritt zu diesem wirtschaftspolitisch bedeutsamen Ziel führt durch das Internetportal "Tourismus Neckar-Alb". In Deutschland informieren sich rund 6,9 Mio. Menschen im Internet über ihr potenzielles Urlaubsziel. Ein Viertel davon gibt an, die nächs-te Urlaubsreise im Internet buchen zu wollen - mit steigender Tendenz.Grund genug für die Standortagentur, dieses touristische Potenzial für die Vermarktung der Region Neckar-Alb zu nutzen. Der Internet-Auftritt bündelt die touristischen Angebote in der Region und stellt sie benutzerfreundlich dar. Die Tourismus-Plattform (www.alb-und-mehr.de) verzeichnet 12.000 bis 14.000 Zugriffe im Monat.
4.1.5 Vermarktung von Gewerbeflächen Vom 10. - 12.10.2005 hat sich die Region auf der Expo Real (www.exporeal.net) in München auf dem Gemeinschaftsstand der Wirtschaftsregion Stuttgart präsentiert. Die Expo Real ist die größte Fachmesse Deutschlands für Immobilien und Standortmarketing. Die Region hat zahlreiche Gewerbeflächen und Immobilien, die es zu vermarkten gilt; die Expo Real ist hierfür die richtige Plattform. Seit Januar 2005 werben außerdem Banner und Kleinanzeigen für die regionalen Gewerbeflächen. Die Banner bei Google, ImmoScout 24 versprechen dem Nutzer Top-Standorte und leiten ihn an die Aufstellung der Gewerbeflächen auf www.neckaralb.de weiter.
5. Beschlussvorschlag Der Beteiligungsbericht 2005 über die Standortagentur Tübingen - Reutlingen - Zollern-alb GmbH wird zur Kenntnis genommen.
REGIONALVERBAND
NECKAR-ALB
Anlage zur RV-Drucksache Nr. VII-43
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