Materialien: Modellprojekt Regionaler Gewerbeflächenpool Neckar-Alb

Vorwort

Die Fläche ist nicht vermehrbar - sie ist endlich. Damit unterscheidet sie sich grundsätzlich von anderen Handelsgütern, was aber im täglichen Umgang mit Wohnbau- oder Gewerbeflächen in der Regel kaum zu spüren ist.

Bei der Ausweisung von Bauflächen steht der tatsächliche oder errechnete Bedarf im Vordergrund und weniger das Potenzial, d.h. die Eignung der Flächen für verschiedene Funk-tionen. Dabei ist der Blick stets auf die eigene Gemarkung gerichtet. Dass die Nachbargemeinde besser geeignete Flächen zur Verfügung hat, wird eher als Wettbewerbsnachteil betrachtet - man steht ja untereinander in Konkurrenz. Der Kampf der Städte Tübingen, Hechingen und Reutlingen um das Briefverteilzentrum der Post, von dem letztendlich die Post am meisten profitierte, kann als Musterbeispiel für diese Konkurrenz unter den Städten und Gemeinden betrachtet werden.

Der damalige Konflikt hat aber auch zu einem Umdenken geführt. Interkommunale Kooperation wird nicht mehr nur propagiert, sondern immer mehr angewandt. Die interkommunalen Gewerbegebiete in der Region Neckar-Alb gelten landes- und bundesweit als nachahmenswerte Beispiele. Sie sind in der Regel aber auf wenige benachbarte Gemeinden beschränkt.

Mit dem Projekt "Regionaler Gewerbeflächenpool Neckar-Alb" wird eine neue Dimension der interkommunalen Zusammenarbeit angestoßen. Die Kooperation soll nicht mehr auf einzelne Flächen und einzelne Gemeinden beschränkt bleiben, sondern den gesamten Bereich der gewerblichen Entwicklung der kooperierenden Gemeinden umfassen.

An der Erarbeitung des Lösungsansatzes waren 22 Chefs der Rathäuser der Städte und Gemeinden im Zollernalbkreis beteiligt - an einem "Runden Tisch", der von einem neutralen Moderator, der Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg, geleitet wurde. Der Projektbegleitende Beirat hat Wissen und Erfahrung zu ökologischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Fragestellungen in das Projekt eingebracht.

Wegen des innovativen Modellcharakters des Entwicklungsvorhabens wurde es vom Ministerium für Umwelt und Verkehr und vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg maßgeblich gefördert.

Die Ergebnisse wurden in einem Abschlussbericht, der von der Akademie für Technikfolgenabschätzung erstellt wurde, ausführlich dokumentiert. Der Regionalverband Neckar-Alb hat die wesentlichen Aussagen in dieser Kurzfassung zusammengestellt.

Wir danken allen Beteiligten für die konstruktive Zusammenarbeit, die dieses innovative Ergebnis hervorgebracht hat.


Dr. Dieter Gust
Verbandsdirektor des Regionalverbands Neckar-Alb

 

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