RegionalStadtBahn Neckar-Alb (RSB)

Regional-Stadtbahn Neckar-Alb - eine große Chance für die Region Neckar-Alb

Die Verbandsversammlung hat in ihrer Sitzung am 22.07.2014 in Albstadt eine Resolution zur Regional-Stadtbahn Neckar-Alb beschlossen. Mit der Regional-Stadtbahn soll eine überzeugende Antwort auf die Herausforderungen moderner Mobilität gegeben und die Attraktivität des ÖPNV deutlich erhöht werden. Mit weitgehend umsteigefreien Verbindungen vom Umland bis in die Reutlinger und Tübinger Innenstädte und einer Arbeitsteilung zwischen Bus und Bahn soll ein attraktives Angebot für die Fahrgäste geschaffen werden. Die Regional-Stadtbahn Neckar-Alb, ein auf sie abgestimmter Busverkehr und ausgebaute Fahrradabstellplätze sowie Park & Ride-Anlagen schaffen für viele Berufspendler eine überzeugende Alternative zum Auto und setzen Impulse im Freizeitverkehr und im sanften Tourismus.
Der erste Schritt für die Umsetzung der Regional-Stadtbahn ist die Umsetzung des ersten Moduls, das den stadtbahngerechten Ausbau mit Elektrifizierung der Ammertalbahn und Ermstalbahn und den Neubau von Haltepunkten auf der Neckartalbahn bis 2019 vorsieht. Des Weiteren hat z. B. die Stadt Reutlingen bereits mit den erforderlichen Vorplanungen für die Innenstadtstrecke begonnen. Darüber hinaus hat der Landkreis Tübingen beschlossen, die erforderlichen Planungen für die Neckartalbahn von Tübingen über Rottenburg nach Horb am Neckar und die „Gomaringer Spange“ von Reutlingen nach Gomaringen-Dusslingen-Nehren aufzunehmen. Auch der Zollernalbkreis ist schon in Vorleistungen gegangen bezüglich des Moduls 2, das die Zollernbahn und die Talgangbahn beinhaltet. Im Hinblick auf eine notwendige Nachfolgeregelung für das GVFG-Bundesprogramm müssen alle erforderlichen Planungen für alle weiteren Bauabschnitte in die Wege geleitet werden, um hier bei Auflage eines Nachfolgeprogramms direkt einsteigen zu können. Ziel ist es, die Gesamtmaßnahmen der Regional-Stadtbahn Neckar-Alb zum Wohle der Region möglichst zügig umsetzen zu können.

Resolution der Verbandsversammlung für die Regional-Stadtbahn Neckar-Alb (Albstadt 22.07.2014) (114,4 KiB)
Weitere Hintergrundinformationen finden Sie in der Drucksache des Regionalverbands VIII-37-3 (126,6 KiB

Machbarkeitsstudie

Vor 10 Jahren wurde die Machbarkeitsstudie RegionalStadtBahn Neckar-Albin Auftrag gegeben und im Februar 2004 als Kurzfassung vom Regionalverband veröffentlicht. Es wurde die betriebliche, technische und wirtschaftliche Machbarkeit des Projekts nachgewiesen sowie ein
großer volkswirtschaftlicher Nutzen prognostiziert.

Hier können Sie die Kurzfassung der Machbarkeitsstudie vom Januar 2004 lesen oder downloaden.

Zur Untersuchung der Wirtschaftlichkeit und Förderfähigkeit durch die Zuschussgeber Bund und Land genügt jedoch eine Machbarkeitsstudie nicht. Nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) ist dafür eine "Standardisierte Bewertung für Verkehrsinvestitionen" zwingend vorgeschrieben.

Eine Projektgruppe, bestehend aus Vertretern der drei beteiligten Landkreise Reutlingen, Tübingen und Zollernalbkreis, der Städte Reutlingen und Tübingen, des Regionalverbands Neckar-Alb, des Verkehrsverbunds naldo sowie der großen Beförderungsunternehmen, hat in den Jahren 2004 bis 2007 - in Absprache mit dem damals zuständigen Ministerium für Umwelt und Verkehr - ein sogenanntes "Kernliniennetz" mit insgesamt vier Teilnetzen für die RegionalStadtBahn erarbeitet, das die wichtigsten und aufkommensstärksten Strecken im Untersuchungsgebiet enthält.

Am 23.05.2007 fand eine Informationsfahrt zu den Karlsruher Verkehrsbetrieben (VBK) statt, an der Mitglieder der Verbandsversammlung teilgenommen haben. Neben einer Präsentation in der Geschäftsstelle wurde die von der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft mbH (AVG) in eine RegionalStadtBahn umgebaute und elektrifizierte Murgtalbahn von Karlsruhe Marktplatz nach Freudenstadt Hbf befahren. Dort, wo die Karlsruher Verkehrsbetriebe Haltestellen bauen, steigen die Grundstückspreise. Die Schienen sind heute Entwicklungsachsen, entlang denen Neubaugebiete entstehen. Die Orte, die in den zurückliegenden zwanzig Jahren an das inzwischen 560 Kilometer umfassende Karlsruher Straßenbahnnetz angeschlossen wurden, verzeichneten Bevölkerungszuwachs. Nahverkehr auf der Schiene, so die Karlsruher Erfahrung, macht eine Region auch für Investoren attraktiv.

Anschließend fanden sich im Jahr 2008 die Landkreise Reutlingen und Tübingen, der Zollern-albkreis, die Städte Reutlingen und Tübingen sowie der Regionalverband Neckar-Alb zu einer Planungsgemeinschaft zusammen. Die Federführung übernahm der Landkreis Reutlingen. Im Anschluss an ein EU-weites Vergabeverfahren wurde die PTV Planung Transport Verkehr AG zusammen mit der TTK Transport Technologie Consult Karlsruhe GmbH und der DB International GmbH im Herbst 2008 von der Planungsgemeinschaft mit der Erstellung einer "Standardisierten Bewertung für Verkehrsinvestitionen nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG)" zur Untersuchung der Wirtschaftlichkeit und Förderfähigkeit des Projekts beauftragt. Untersucht werden sollten die inzwischen modifizierten Teilnetze Reutlingen - Echaztal - Engstingen mit Ermstalbahn, Querspange Reutlingen - Gomaringen bis zur Zollernbahn, Innenstadtstrecke Tübingen mit Ammertal- und Neckartalbahn, Zollernbahn Tübingen - Ebingen - Onstmettingen und ihr Zusammenwirken als Gesamtnetz.

Standardisierte Bewertung für Verkehrsinvestitionen
Die Standardisierte Bewertung dient dazu, die gesamtwirtschaftliche Vorteilhaftigkeit des betreffenden Investitionsvorhabens und damit die Förderwürdigkeit durch öffentliche Zuwendungsgeber nachzuweisen und dem Antragsteller die ihn betreffenden finanziellen Auswirkungen in Form einer Folgekostenrechnung aufzuzeigen. Dabei werden nicht nur die betriebswirtschaftlichen, sondern auch die volkswirtschaftlichen, gesellschaftlichen und umweltbezogenen Wirkungen des Vorhabens in Form einer Nutzen-Kosten-Analyse dargestellt. Das Bewertungsverfahren basiert auf dem Vergleich des sog. "Ohnefall" (wie entwickelt sich das bisherige Verkehrssystem ohne das Investitionsvorhaben RegionalStadtBahn) und des "Mitfalls" (Weiterentwicklung mit dem Investitionsvorhaben). Nur Projekte mit einem Nutzen-Kosten-Indikator (NKI) größer als 1 (d. h. die Nutzen sind größer als die Kosten) kommen für eine Förderung in Betracht.

Standardisierte Bewertung Regional-Stadtbahn Neckar-Alb, Stand 26.10.2010 (5,382 MiB)


Der aktuelle Stand auf der Homepage des Landratsamts Reutlingen abrufbar.
http://www.kreis-reutlingen.de/ceasy/modules/cms/main.php5?cPageId=463

Ansprechpartner/-in:
Sachgebiet Verkehr